GESCHICHTE
In Museen werden Ketten aus Glasperlen gezeigt, die in Ägypten bereits im 1. Jahrtausend vor Christus hergestellt wurden. Aus den Jahrhunderten um Christi Geburt gibt es auch Funde aus dem römischen oder hellenistischen Mittelmeerraum. In dieser Zeit wurden auch schon Glasstäbe hergestellt, für die man verschiedene Gläser so miteinander verschmolzen hat, dass sie im Querschnitt ein Muster ergeben. Wenn man diese Stäbe wieder erhitzt hat, konnten sie dünn gezogen werden, das Muster blieb in verkleinerter Form erhalten. Auf diese Weise wurden aufwändige, aber winzig kleine Verzierungen möglich. Diese Art Muster herzustellen bezeichnet man als "millefiori", was uns heute meist in Verbindung mit Murano-Glas ein Begriff ist. Auf der zu Venedig gehörenden Insel Murano wurde im späten Mittelalter und der Renaissance unter strengster Geheimhaltung die Glasverarbeitung perfektioniert. Auch in andern Ländern z.B. Deutschland und Holland wurden Glasperlen hergestellt, die von Handelsschiffen in die ganze Welt gebracht wurden. Während der Reise dienten sie als Ballast und am Zielort als Zahlungsmittel. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts gewann, statt der preiswerten Massenproduktion, die kunsthandwerkliche Herstellung von Glasperlen an Bedeutung. Seit etwa zehn Jahren beschäftigen sich immer mehr Kunsthandwerker mit Glasperlen und zeigen, wie breitgefächert die Gestaltungsmöglichkeiten sind.
AUSFÜHRUNG
Die Glasperlen werden vor einem Gasbrenner, der sogenannten Lampe, hergestellt. Glasstäbe werden bei ca. 1000°C erhitzt und das Glas im zähen, fast flüssigen Zustand um einen Metallstab gewickelt. Eine Arbeit, die Übung und Fingerfertigkeit erfordert, da man dabei nicht nur mit der Schwerkraft des beweglichen Glases zu kämpfen hat, sondern auch eine sehr ruhige Hand benötigt, um das Glas dort zu plazieren, wo es benötigt wird. Die Edelstahlstäbe sind mit einem Trennmittel behandelt, damit sich die Glasperle, wenn sie langsam erkaltet ist, ablösen lässt. Die Stäbe ergeben das Loch in der Perle. Durch Einschmelzen von Edelmetallen, durch Form- oder Strukturgebung mit Hilfe von Werkzeugen entstehen spezielle Effekte. Mit den schon beschriebenen Millefiori und anderen vorbereiteten Glaselementen können Verzierungen aufgesetzt werden. Aber auch die Art und Weise, wie verschiedene Gläser beim Wickeln der Perle aufgebracht und miteinander vermischt werden, bestimmen das Aussehen einer Perle. Je nach Experimentierfreudigkeit und eigenem Glasdesign kann beim Perlenwickeln eine persönliche Handschrift entstehen. Jede Perle ist ein Unikat und macht eine daraus gefertigte Kette zu etwas Besonderem.
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