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FUSING-GLAS

GESCHICHTE

Hierbei handelt es sich um miteinander verschmolzene Gläser. Da diese sehr alte Technik von Kunsthandwerkern in Amerika wieder entdeckt wurde, trägt sie diese englische Bezeichnung, die "Verschmelzen" bedeutet.
In Museen finden sich die ältesten Beispiele von miteinander verschmolzenen Gläsern aus der Zeit von 1500-1000 vor Christus. Die Ägypter stellten auf diese Weise Dekorelemente für Bauwerke, aber auch z.B. Glasaugen für Skulpturen her. Auch aus der Zeit des römischen Reiches sind noch Beispiele erhalten. Nach ca. 2000 Jahren der Anwendung verlor diese Technik an Bedeutung, vermutlich wurde sie durch die Entdeckung des Glasblasens verdrängt.
Im Glaskunstbereich gewann das Fusen seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung, nicht zuletzt dadurch, dass von verschiedenen amerikanischen Glashütten Gläser hergestellt wurden, die ein wesentliches Problem beim Fusen lösten: alle Gläser, die miteinander verschmolzen werden, müssen das gleiche Ausdehnungsverhalten haben, um Spannungsrisse beim Abkühlen zu vermeiden.

AUSFÜHRUNG

Verschiedene Gläser werden im Glasofen miteinander verschmolzen, je nach Glasart und gewünschter Wirkung, bei Temperaturen von ca. 800 bis 1000°C. Diese Verschmelzungen können vollflächig sein oder Reliefs bilden. Mit Emails oder Glasfarben kann die Oberfläche in weiteren Arbeitsgängen gestaltet werden. Unter bestimmten Umständen ist es möglich, Metalle einzuschmelzen.
Auch wenn es sich hierbei nicht um einen Schmelzvorgang handelt, wird unter dem Oberbegriff Fusing auch das Arbeiten mit Glas bezeichnet, das nur so weit erwärmt wurde, dass es sich an Formen anpasst. Beim Verschmelzen von Gläsern entstehen zuerst flache Scheiben, die, wenn sie eine dreidimensionale Form annehmen sollen, dazu einen zweiten oder weitere Arbeitsgänge benötigen. Um eine Schale herzustellen, lässt man die vorbereitete Glasscheibe durch Erwärmen in eine Form absinken. Es ist auch möglich, mit feuerfesten Materialien eine strukturierte Oberfläche zu schaffen, die dann von dem weichen Material nachgeformt wird und ein besonderes Glasdesign ergibt.
Das Arbeiten am Glasofen erfordert ein großes Hintergrundwissen über die Gesetzmäßigkeiten des Glasverhaltens. Trotz Erfahrung und computergesteuerten Temperaturverläufen sind die Ergebnisse eines jeden Ofengangs nie bis ins Detail vorherzubestimmen. Das bedeutet, dass auch Stücke, die in Kleinserie hergestellt werden, nie ganz identisch sind, was ihnen ihre Besonderheit verleiht. Bei Reliefarbeiten wird die Formvorlage meist zwangsläufig zerstört. Alle Fusingarbeiten, die kunsthandwerklich hergestellt werden, sind daher Unikate.
In meinem Atelier entstehen auf diese Art Glaskunstscheiben zum Einbau in Türen oder Fenster, deren Gestaltung z.B. Fliesendekore in Badezimmern oder Fußböden aufnehmen kann, Wandverkleidungen, abgestimmt auf die baulichen Gegebenheiten, Spiegel, Schalen, Teller, Glasobjekte und Glasschmuck.
Die vielfältigen Möglichkeiten, die diese Art der Glasbearbeitung bietet, laden immer wieder zum Experimentieren ein.